Komplizierte Kontomodelle: Verbraucherschützer üben harsche Kritik an Banken

Deutsche Banken neigen in den vergangenen Monaten und Jahren zunehmend stärker dazu, sich ihre angebotenen Dienste in Form von Extragebühren bezahlen zu lassen. Verbraucherschützer kritisieren an dieser Stelle die überaus kompliziert gestalteten Preismodelle, welche die Kunden verwirren würden.

Undurchschaubare Preismodelle in der gesamten Branche

Aus sich der einzelnen Verbraucherzentralen sind Gebühren für das Abheben von Bargeld, Überweisungen oder Negativzinsen äußerst zweifelhaft. Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBW), erläuterte gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa), dass es in der gesamten Branche einen kaum überschaubaren „Wildwuchs“ gebe. Mittlerweile haben sich einige Verbraucherzentralen dazu entschlossen, gegen mehrere Finanzinstitute Klage vor Gericht einzureichen. Klaus Müller ist in diesem Zusammenhang nach wie vor der Auffassung, dass Banken ihre wichtigsten Finanzdienstleistungen ihren Kunden kostenlos zur Verfügung stellen können. Zwar hätten Digitalisierung, Risikovorsorge und Datenschutz ihren Preis, was allerdings nicht dazu führen sollte, dass Angebote nicht mehr nachvollziehbar für Verbraucher gestaltet seien, so Müller in seinen Ausführungen weiter.

Gebühren für Girokonten besonders beliebt

Nahezu alle Banken in Deutschland haben ihre Kunden im Verlauf der letzten Jahrzehnte zu einer Kostenlos-Kultur bei Girokonten erzogen. Grund dafür war in erster Linie der harte Wettbewerb. Dieser Umstand gehört längst der Vergangenheit an und muss intransparenten Arten von diversen Zusatzgebühren weichen. Hierbei ist besonders die Erhebung von Gebühren für das Girokonto beliebt. Damit die jeweiligen Erhöhungen dem Kunden nicht wirklich auffallen, haben sowohl Sparkassen als auch andere Banken komplizierte Kontomodelle entwickelt. So ist zum Beispiel das „Billigkonto“ nach wie vor kostenfrei erhältlich. Für eine Überweisung muss der Kunde jedoch bezahlen. Bei Premiumkonten sind hingegen alle Extras bei einer hohen Grundgebühr inbegriffen.

Vorbilder aus der Telekommunikationsbranche

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes rät den in Deutschland ansässigen Banken, sich an einigen Telekommunikationsunternehmen ein Beispiel zu nehmen. Diese hätten ebenfalls in der Vergangenheit ihren Profit durch die Unterstützung von intransparenten Preismodellen steigern wollen und hätten damit die Kunden abgeschreckt. Mittlerweile herrscht die Einsicht vor, dass einfach gestaltete Angebote interessierten Verbraucher eher überzeugen.

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